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Samstag, 23. Juli 2011

"Carl Benz und Carlsruhe"

Seit dem 16. Juli läuft im Stadtmuseum in Karlsruhe die neue Ausstellung "Carl Benz und Carlsruhe". Laut der Ausstellungsbeschreibung werden Leben und Wirken des Autoerfinders anhand von vielen origi­nalen Ob­jek­ten, Filmen und Bildschir­­min­­stal­la­tio­­nen anschau­­lich darge­­stellt. Bei einem virtuellen Stadt­­run­d­­gang kann man sich auf die Spuren von Carl Benz im alten "Carls­ru­he" begeben. Ebenso wird die erste Fernfahrt von Bertha Benz mit dem Automobil, die von Mannheim nach Pforzheim führte und dabei auch Grötzingen berührte, darge­­stellt. Eine nachge­­stellte Werkstatt sowie der Motor des Benz-Patent-Wagens von 1886 und ein 1:5-Modell des ersten Automobils der Welt können vom Besucher aus nächster Nähe betrachtet werden. Im Eingangs­­be­reich ist das älteste Automobil von Karlsruhe aus dem Besitz der Gründer­fa­­mi­­lie der Firma S & G - ein Benz Comfor­ta­­ble von 1898 - aufge­­stellt.
Zu der Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, zu dem auch ich  mit einer Lesung aus meiner Biografie von Bertha Benz eingeladen bin. Ich freue mich schon darauf, dann auch die Ausstellung besuchen zu können.
"Carl Benz und Carlsruhe" - Ausstel­­lung im Stadt­­mu­­seum im Prinz­­ Ma­x ­Pa­lais vom 16. Juli 2011 bis 29. Januar 2012. Der Eintritt beträgt 2 €, ermäßigt 1 €.

Donnerstag, 7. April 2011

Carl Benz und die Polytechnische Schule in Karlsruhe

In der "ersten Tankstelle der Welt"
(Foto Casimir Katz Verlag)
Wie gesagt, war Jutta Benz, die Urenkelin von Bertha und Carl Benz, zur Präsentation meines neuen Buches nach Wiesloch gekommen. Im Bild stehen wir zusammen in der "ersten Tankstelle der Welt".

Für das Buch hatte ich ganz am Anfang meiner Recherche ein längeres Interview mit ihr gehabt. Jetzt habe ich mich natürlich sehr über ihre Aussage gefreut, meine Biografie werde ihrer Urgroßmutter weitgehend gerecht.

An einem Punkt hat Jutta Benz allerdings Kritik angemeldet. Ich habe nämlich auf Seite 99 einen Zeitungsartikel von 1933 zitiert, in dem steht, dass die Bedürftigkeit der Mutter ihm nicht erlaubte seine Hochschulstudien zum Abschluss zu bringen, so dass er das Polytechnikum in Karlsruhe nach vier Jahren verließ und als einfacher Arbeiter bei der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe begann. Tatsächlich greift dieses Zitat etwas zu kurz, wie ich leider jetzt erst aus dem Aufsatz „Carl Benz und die Technische Hochschule Karlsruhe“ von Hans Wolf Thümmel erfahren habe, der mir bei meiner Recherche echt entgangen ist und den Jutta Benz mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Kurz gefasst, geht es darum: Carl Benz hat tatsächlich die vierjährige Maschinenbauschule an der damaligen Polytechnischen Schule in Karlsruhe vollständig absolviert. Damals gab es allerdings in dieser neugegründeten weiterführenden Schule noch keine Abschlussprüfung, so dass er dort keinen akademischen Grad erwerben konnte. Dafür hätte er die Bauschule oder die Ingenieurschule besuchen müssen, "die technische Beamte für den öffentlichen Dienst in der Bauverwaltung, der Wasser- und Straßenbauverwaltung und in der Eisenbahnverwaltung" vorbereitete  – "allerdings in langen Studiengängen, denen Staatsprüfungen folgten." (Thümmel, S. 2) Carl Benz hat sein Studium also nicht vorzeitig abgebrochen, allerdings hat er es auch nicht auf universitärem Niveau weiterführen können.

Die Literaturangabe dazu ist: Hans-Wolf Thümmel/Oliver Ulrich: „Carl Benz und die Technische Hochschule Karlsruhe“. In: Fridericiana, Zeitschrift der Universität Karlsruhe, Heft 38, Juni 1986, S. 1-38