Montag, 25. November 2019

Salemer Dialog - sterben die Dorffriedhöfe?

Gestern war ich beim Salemer Dialog eingeladen, in dem es um die beiden Friedhöfe in Salem (Schleswig-Holstein) und Sterley ging. Die Frage, wie Friedhöfe weiter bestehen können, ist inzwischen auch auf dem Dorf angekommen. Es gab bei der gut besuchten Veranstaltung viele Fragen, die sich darum drehten, wie Friedhöfe bzw. die für Friedhöfe Zuständigen die Zukunft gestalten und ihre besonderen "Seelenorte" erhalten können.

Ich habe vorher noch ein paar Bilder von den beiden Friedhöfen gemacht. Besonders der Silberberg in Salem mit seiner Kapelle, die von dem bekannten dänischen Baumeister Hansen 1838 erbaut wurde, beeindruckte mich durch seine Lage und Gestalt. Der Friedhof und die Kapelle stehen unter Denkmalschutz. Aber auch Sterley hat mit seiner alten Kirchen und der großen Eiche seinen besonderen Charme.
Salem Kapellenberg mit Friedhof

Sterley, Fußgängereingang zum Friedhof und zur Kirche

Sterley, historische Eisenkreuze vor dem Naturdenkmal der sehr alten Eiche

Freitag, 6. September 2019

Lexikon Bestattungskultur 4 - Fortsetzung

Der Totengräber,
aus: Christoph Weigel d. Ä., Ständebuch
Von Deutsche Fotothek, Gemeinfrei,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6484293 
Was lange wärt, wird - hoffentlich / wahrscheinlich / ganz sicher - endlich gut!

Vom 4. Band des Lexikons der Bestattungs- und Friedhofskultur habe ich hier schon berichtet. Vor Kurzem ist nun das Manuskript dieses letzten Bandes nach Kassel abgegangen und an den Verlag weitergeleitet worden, der die bisherigen Bände herausgegeben hat. Wenn alles nach Plan läuft, erwarten wir für Anfang 2020 das Erscheinen dieses Bandes, an dem eine ganze Reihe von Autorinnen und Autoren mitgeschrieben hat.

Jetzt wird in der Arge Friedhof und Denkmal in Kassel noch an den Abbildungen und den Bildrechten gearbeitet. Falls jemandem noch ein schönes Bild einfallen sollte, hier findet man die Liste der Stichworte aus den Bereichen Literatur, Musik, Theater, Film und Fotografie, die für das Lexikon bearbeitet worden sind; darunter ist natürlich auch der Totengräber, der nicht nur in Shakespeares Hamlet eine Rolle spielt!

Dienstag, 27. August 2019

Strohfiguren in der Probstei


Jedes Jahr fahre ich Fahrrad in der Probstei um die Strohfiguren zu sehen. Dort werden schon seit 20 Jahren die Korntage gefeiert, zu denen ein Wettbewerb ausgeschrieben wird.

Dieses Jahr habe ich in Stakendorf bei den Wikingern am Tisch gesessen und in Bendfeld beim Schiffsuntergang die Möwen schreien und Wellen plätschern gehört! Und gerade lese ich, dass Bendfeld den Wettbewerb gewonnen hat. Herzlichen Glückwunsch!

 


Samstag, 11. Mai 2019

Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur - es geht weiter


Illustration zu "Melpomene oder Grablieder" (Bd.1) von Michael Jung:
"In Trauer klagt auf Gräbern Melpomene/doch heben uns
zum Himmel ihre Töne"
 (Quelle)
Schon im letzten Post habe ich von dem geplanten 4. Band des Lexikons der Bestattungs- und Friedhofskultur berichtet.

Inzwischen hat das Autorenteam fleißig gearbeitet: Es liegen ca. 200 Stichworte zum Themenkreis Tod und Sterben, Bestattung und Trauer in Literatur, Musik, Fotografie und Film vor, geschrieben von insgesamt zwölf Autoren!

Mir hat man das Lektorat übertragen und so arbeite ich mich jetzt Begriff für Begriff - in alphabetischer Reihenfolge - durch die fertigen Stichworte durch. Dabei stelle ich immer wieder fest, wie vielfältig und interessant diese Stichworte sind. Ich lerne gerade unheimlich viel über Film und Fotografie aber auch über Werke der Literatur und Musik. Unser Thema ist unglaublich umfassend! Entsprechend aufwendig ist auch die Arbeit am Lektorat. Bis zum Ende des Jahre wollen wir fertig sein. Ich werde weiter berichten...

Und damit der Post nicht so trocken ist, hier ein Beispiel für einen der Begriffe (wobei ich die Quellen- und Literaturhinweise hier erst einmal auslasse):

Melpomene

(altgriechisch „die Singende“) ist die Muse der tragischen Dichtung und des Trauergesangs. Wie ihre Schwestern, die acht anderen olympischen Musen der Antike, ist sie die Tochter des Zeus und der Mnemosyne. Ihre Symbole sind die weinende Maske und die Keule oder der Dolch. Ihre tragische Maske wird oft mit der lachenden Maske der Thalia, der Muse der unterhaltenden Dichtung, zusammengebunden. Beide Masken zusammen stehen symbolisch für das Theater.

Die Zahl der neun Musen und ihre Zuordnung entstammt der Theogenie des Hesiod (6. Jh. v. Chr.). Dichter riefen die Musen um Unterstützung und Inspiration an. So bittet Horaz in einer Ode, in der es um den Tod eines Mannes namens Quintilius geht, Melpomene, der „der Vater mit der Kithara eine helle Stimme gab“ einen Trauergesang anzuordnen. Dieses Motiv der Anrufung wird in unzähligen späteren Gedichten aufgenommen. So heißt es zum Beispiel bei Anna Louisa Karsch in dem Gedicht „An die Melpomene wegen des Prinzen Heinrichs des jüngern Königlichen Hoheit“ (1763):  „…und rief, o Melopomene!/  Dich an mit tragischem Gefühl,/ Dich lud ich ein zum klagenden Gesange …“. Zudem erscheint diese Muse als trauernde Gestalt am Grab, wie zum Beispiel in der „Grabschrift“ für Schlegel von Heinrich Christian Boie (1764). Der Name der tragischen Muse kann aber auch selbst zum Titel für literarische Sammlungen werden, so z.B. von zwei Theaterstücken von August Klingemann, von denen eines ein Trauerspiel ist, oder von Grabliedern.  Michael von Jung, Pfarrer in Kirchdorf an der Iller, veröffentlichte 1839 unter diesem Titel im Selbstverlag 200 seiner Grablieder, die sich durch drastische Darstellung, Gottvertrauen, aufklärerischen Geist, aber auch unfreiwillige Komik auszeichnen.

Natürlich wird Melpomene auch gemeinsam mit den anderen acht Musen oder einzeln in Verbindung mit ihrer heiteren Schwester Thalia genannt. So wie Herodot die Historien hat auch Johann Wolfgang von Goethe seine Dichtung „Herrmann und Dorothea“ in neun „Gesänge“ unterteilt, die jeweils mit dem Namen einer der Musen übertitelt sind, allerdings ohne inhaltlich deren symbolischer Bedeutung zu folgen. Dagegen lässt Friedrich Schiller in seinen Xenien Shakespeares Schatten fragen, ob man in Schillers Zeit „den leichten Tanz der Thalia/ Neben dem ernsten Gang, welchen Melpomene geht“ sehe, worauf der Dichter antwortet: „Keines von beiden! Uns kann nur das Christlich-Moralische rühren,/ Und was recht populär, häuslich und bürgerlich ist.“

In der Musik ist Melpomene anscheinend relativ selten zu finden: Ludwig van Beethoven schrieb die Musik zu einem allegorischen Ballett, das 1801 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Darin wird die Geschichte des Prometheus erzählt, der zwei Bildnisse belebt und sie von Musikern und Musen – unter ihnen Melpomene für das Trauerspiel – unterrichten lässt.
BL

Mittwoch, 11. April 2018

Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur - Begriffe aus Literatur, Musik, Fotografie und Film

Bd. 5 des Lexikon der Bestattung-
und Friedhofskultur
Vom Lexikon der Bestattungskultur sind in Kassel inzwischen die Bände 1-3 und der Band 5 erschienen. Schon an dem zuletzt erschienenen Band 5 haben Mitglieder des damaligen Beirates für Grundlagenforschung der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal in Kassel mitgearbeitet. Er ist den Persönlichkeiten der Sepulkralkultur - also Personen, die einen wichtigen Beitrag zum Thema Sterben, Tod, Bestattung und Erinnerung geleistet haben - gewidmet. Auch ich habe dazu verschiedene Beiträge geschrieben und verantworte auch die Schlussredaktion.

Inzwischen ist der noch fehlenden Band 4 vom Beirat anvisiert worden. Ursprünglich sollte er das Thema der Bestattungs- und Friedhofskultur im Bereich der Medien beinhalten. Doch wurde bald klar, dass diese Aufgabe zur Zeit noch zu hoch gesteckt ist, da die Grundlagenforschung in vielen Bereichen fehlt. Deswegen wird sich dieser Band auf 100 (oder mehr) Begriffe aus Literatur, Musik, Fotografie und Film beschränkt, die mit Tod und Sterben zusammenhängen. Die Arbeitsgruppe für diesen Band, der auch ich angehöre, hat sich inzwischen auf eine Liste von Stichworten geeinigt, die zwar noch nicht endgültig, aber doch schon umfangreich ist. Es liegt auch schon eine ganze Reihe von Artikeln vor. Doch sind noch längst nicht alle geschrieben.

Falls jemand von meinen Lesern Interesse hat, das eine oder andere Stichwort zu bearbeiten, möge er oder sie sich bitte direkt bei mir melden (barbara.leisner(at)gmail.com). Ich stelle dann die Stichwortliste zur Verfügung. Es fehlen zum Beispiel noch Texte zu den Stichworten: Bestatter (Thema in lit/in Film) und Bestattung allgemein; Blut; Bühnentod; Giftmord; Heldentod; Henker; Kriegsfilm; Opfertod und andere.

Montag, 18. Dezember 2017

Engel in Kattendorf

Eglon van der Neer, Tobias wird von einem Engel begleitet,1690, Rijksmuseum Amsterdam
Für den Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. in Hamburg hatten der inzwischen verstorbene Prof. Dr. Dr. Wenzel Lohff, Henriette Hochhuth und ich einst eine Lesung ausgearbeitet, die sich mit den Engeln beschäftigt. Wir haben sie zweimal für die Mitglieder des Förderkreises gehalten.

Jetzt zum 3. Advent waren die damals ausgewählten Texte mit musikalischer Begleitung im Resonanzraum in Kattendorf zu hören. Christine Worm, Gabriele Lütters und ich hatten die Lesung etwas gekürzt um Zeit für Musik zu schaffen. Von Christine am Flügel und von Gabriele mit der Leier begleitet, entfalteten die Gedichte und Geschichten eine ganz neue Wirkung. Dazu ließen die zu den Texten projizierten Bilder von Gemälden, Plastiken und Zeichnungen die unterschiedlichen Engel fast leibhaftig im Raum erscheinen. Die etwa zwanzig Zuhörer waren deutlich bewegt und spendeten am Ende lebhaften Beifall. Mir selbst hat die Lesung noch einmal viel Freude gemacht!

Sonntag, 11. Juni 2017

Sommer - Zeit für Oldtimertreffen

Immer wenn die wärmeren und trockenen Tage kommen, dann geht es wieder los mit den Oldtimertreffen und -veranstaltungen. Hier im Norden fängt es mit den Classic Motor Days am Hungrigen Wolf an. Dieses Jahr habe ich dort ein Video von einem besonderen Motorrad mit Beiwagen gemacht. Es stammt von einem Gutshof in Dänemark und hatte in seinem langen Leben nur wenige Besitzer!



Dann gibt es nette kleine Treffen überall auf dem Land, wo Bauern und Liebhaber mit ihren alten Treckern, Ackergeräten und Autos zusammenkommen, wie zum Beispiel beim Brander Oldtimer Pfingsttreffen ...



Aber es gibt natürlich auch die ganz großen Märkte, die sich mit der Veterama im Mannheim messen (können, wollen, dürfen??), wie in Bockhorn in Ostfriesland. Da sitzen die Bewohner dann am Wochenende des Oldtimermarktes bei Kaffee und Kuchen an der Straße und lassen die alten Autors an sich vorüberrollen, bis die alten Schätze schließlich auf den Wiesen und Feldern des Dorfes reihenweise nebeneinander stehen und von Besuchermassen bestaunt werden. Natürlich gibt es auch riesigen einen Markt, auf dem man sich wundern kann, was es so alles gibt und einen neuen Eigentümer finden soll!

Dieses Jahr war ich zum ersten Mal dort. Hier ein paar eigene Eindrücke: